Aufsichtspflicht im Schwimmbad

Eine DLRG-Ortsgruppe führte im Schwimmbad ihr wöchentliches Schwimmtraining durch. Nach dem Training gingen die Kinder in die Umkleideräume. Ein Junge warf einen Kleiderbügel über die Kleiderspinde in die Umkleidekabine der Mädchen. Ein Mädchen wurde von dem Bügel an der Hand getroffen und verletzte sich. Sie verklagte die Ortsgruppe auf Schadensersatz und Schmerzensgeld: Kosten für Medikamente, eine Bandage, Behandlung bei einem Heilpraktiker, Ausfall in der Musikschule und Schmerzensgeld. Der Klage wurde stattgegeben.

Eine Aufsichtspflicht ist grundsätzlich gegeben und besteht in einem Schwimmbad nicht nur für den Bereich am Schwimmbecken, sondern auch für die Umkleidekabinen. Dies bedeutet, dass zwar nicht unbedingt in der Umkleidekabine eine Aufsichtsperson abgestellt werden muss, doch muss dort die Aufsicht so gestaltet werden, dass ein Eingreifen im Bedarfsfall jederzeit möglich ist. Anhaltspunkt dafür kann sein, dass Kinder sich auffällig verhalten. Wenn Kinder sich auffällig verhalten, Radau machen und mit Sachen um sich werfen, zieht dies eine erhöhte Sorgfaltspflicht nach sich.

Quelle: LSB-Magazin 01/2014

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