Moritz Eggeling ist aktueller Taekwondo-Weltmeister

Konzentrieren, sammeln. Der Kämpfer atmet noch einmal ruhig aus. Dann schnellt sein Arm urplötzlich nach vorne und zertrümmert mit Wucht das Holzbrett vor ihm. Laien mögen beim Wort "Taekwondo" wohl am ehesten an die spektakuläre Zerstörung von Gegenständen denken. Moritz Eggeling, Taekwondo-Kämpfer aus Rennau, hat mit derlei spektakulären Aktionen eher nebenher zu tun. Zwar werden sie in manchen Prüfungen gefordert, seine großen sportlichen Erfolge gelangen ihm allerdings in einer anderen Teildisziplin, "Poomse" genannt. Dabei zeigt der Athlet eine Kür mit vordefinierten Bewegungsmustern, die gegen einen imaginären Gegner ausgeführt wird, vergleichbar mit Schattenboxen.

In seiner Disziplin hat es Eggeling weit gebracht: Deutscher Meister bei den Kämpfen in Hannover, Poomse-Weltmeister bis 2009 bei den Grüngurten sowie Schülereuropameister bei den Grüngurten. All das im Alter von 17 Jahren. Dabei übt Eggeling den Sport erst seit etwas mehr als drei Jahren aus. Dies dann allerdings intensiv: Wöchentlich in seinem Verein Helmstedter SV zwei Mal, zu Hause drei Mal mit dem vom Vater aufgehängten Sandsack. Der Sport hat einen so großen Raum in seinem Leben eingenommen, dass selbst die Wochenenden mittlerweile davon dominiert werden. Moritz Eggeling arbeitet gerade an seinem Übungsleiterschein C, um das Training der Kindergruppe übernehmen zu können.

Fußball, Leichtathletik, Schwimmen - Eggeling hat schon viele Sportarten getestet. Dass er dabei auf Taekwondo stieß, hat er allein einem Schulfreund zu verdanken. Besonders die geistig-philosophische Komponente der Sportart übte sofort eine besondere Faszination auf ihn aus. Dabei steht der Ehrenkodex, genannt "Dojang-Etikette", im Mittelpunkt. Respekt, Ehre und Disziplin sind gefordert. Taekwondo - weitaus mehr, als nur Bretter zu zertrümmern.

Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 22.09.2007

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